Kapillare Bewässerung auf einfache Art
Effizient und einfach
Kostengünstig
Bewässerung von Blumen & Pflanzen

Buch Gießkanne ADE

Die Pflanzenbewässerung durch Kapillarität ist der Natur nachgeahmt.

Die Saugkraft von Erde, Pflanzen und anderen Stoffen sorgen für den Wassernachschub aus tieferen Erdschichten. Bei der Kapillarbewässerung von Pflanzen in Pflanzgefäßen übernehmen Glasfaserdochte und -matten den Wassertransport in das Substrat und zu den Pflanzenwurzeln.

Pflanzen in der Natur sind kürzeren oder längeren Regenperioden und darauf folgenden Trockenzeiten ausgesetzt. Trotz tage- und mitunter wochenlanger Regenpause verdursten die Pflanzen nicht. In der Wohnung würden viele von ihnen schon nach wenigen Tagen Gießpause ihre Blätter hängen lassen oder sich in den Pflanzenhimmel verabschieden. Der Grund dieses unterschiedlichen Verhaltens zwischen Natur und Wohnung liegt in der Kapillarität des Bodens, auf dem die Pflanzen wachsen.
Nach einem Regen verdunstet ein Teil des Wassers und bereits nach wenigen Tagen wirkt die Erdoberfläche trocken. In wenigen Zentimetern Tiefe ist die Erde schon leicht feucht und in größeren Tiefen mitunter sogar naß. Trockene Erde erzeugt einen Saugdruck (Unterdrück), der meßbar ist und erstaunlich hoch sein kann. Dieser Unterdrück bewirkt durch die Kapillarität der Erde, d. h. der Adhäsionskraft und den feinsten Hohlräumen zwischen den Erdbestandteilen, eine Saugkraft auf das in tieferen Erdschichten gespeicherte Wasser. Die Wurzeln ihrerseits erzeugen ebenfalls eine Saugkraft, so daß sie trotz scheinbarer Trockenheit noch eine beachtliche und für ihr Wachstum ausreichende Wassermenge aufnehmen.
Die Saugwirkung der Erde, auch als Kapillarhub bezeichnet, ist von der Zusammensetzung der Erde abhängig. Während Tonböden mit Teilchengrößen von 0,002 bis 0,006 mm eine Steighöhe von bis zu 40 m aufweisen, beträgt die Steighöhe von grobem Kies nur wenige Zentimeter. Auch die Wurzellänge der Pflanzen unterscheidet sich wesentlich. Manche Baumwurzeln holen sich die nötige Feuchtigkeit aus einer Tiefe von mehreren Metern und selbst vom Getreide ist bekannt, daß die Wurzeln bis zu 80 Zentimeter lang sein können. Die große Masse der Pflanzen hat eine Wurzellänge von bis zu 40 Zentimeter. Flachwurzler begnügen sich mit dem Wasser und den Nährstoffen, die unmittelbar unter der Erdoberfläche vorhanden sind. Einige Pflanzen, wie z. B. Tomaten, wachsen zielstrebig in den Erdbereich mit der größten Wassersättigung oder, wenn sich darunter ein Wassergefäß befindet, ins Wasser, obgleich dieses mitunter zu kalt ist und dort der nötige Sauerstoff fehlt.

Ein Docht hat, im Unterschied zu nicht­ kapillaren Bewässerungseinrichtungen, ein gewisses Feuchteregelver­halten, d.h. er gibt bei abtrocknendem Substrat automatisch mehr Wasser ab als bei nahezu gesättigtem Substrat und kann gleichzeitig, im Unterschied zu z. B. Beregnungsanlagen, niemals eine 100°/oige Sättigung des Substrats bewirken. Das sind wesentliche Vorteile der Docht- und Mattenbewässerung.
Auf der anderen Seite kann man von einem Docht auch keine Wunder er­warten. Die Dochtmenge sollte in der Praxis einem mittlerem Wasserbedarf der Pflanze angepaßt sein. Verändern sich die Umwelteinflüsse stark, ist eine Korrektur vorzunehmen. Welche Einflüsse zu beachten sind und wie eine Korrektur erfolgen kann, wird im folgenden beschrieben.

Dochtart:
Die Kapillarität eines Doch­tes hat wesentlichen Einfluß auf seine Wasserabgabemenge.

Dochtmenge:
Die Wasserabgabe­ menge erhöht sich durch Vergrößern der Dochtmenge, die mit dem Substrat Kontakt hat. Mehrere dünne Dochte geben mehr Wasser ab als ein dicker Docht.

Docht-Saughöhe:
Ein Docht gibt um so mehr Wasser ab, je kleiner der Abstand zwischen Wasseraufnahmeund -abgabestelle ist. Dochtlänge: Die Wasserabgabemen­ge verringert sich auch bei horizontal zunehmender Entfernung der Wasser­ abgabestelle. Wasserabgabemenge von Dochten Entlüftung: Die zwischen den Docht­ fasern befindliche Luft muß leicht ent­weichen können, andernfalls wird die volle Wasserabgabemenge erst mit Verzögerung erreicht.

Substrat:
Die Kapillarität des Sub­strats und dessen Kontaktfläche mit dem Docht haben wesentlichen Einfluß auf die Wasserabgabemenge. Ge­schlossenporige und grobkörnige Sub­strate sind ungünstiger als offenporige und kleine Substratteilchen mit vielen haarförmigen Spalten. Wie bei Dochten ist auch die Entlüf­tungszeit von wesentlichem Einfluß. Docht- und Substratfeuchte: Ein leichtfeuchter Docht in leichtfeuchtem Substrat gibt schneller Wasser ab als wenn beide trocken sind [siehe Entlüftung].

Differenzfeuchte:
Je größer die Diffe­renzfeuchte zwischen nässerem Docht und trockenerem Substrat ist, um so mehr Wasser wird abgegeben. Größe und Wüchsigkeit der Pflanze: Große und wüchsige Pflanzen entziehen dem Substrat und damit auch den Dochten in gleichem Zeit­raum mehr Wasser als kleine oder im Ruhezustand befindliche Pflanzen.

Umwelteinflüsse:
Warme, bewegte und trockene Luft führen zu größerer Verdunstung durch Substrat und Pflanze und bewirken dadurch eine größere Differenzfeuchte und somit eine erhöhte Wasserabgabemenge der Dochte. Kunststofftöpfe verdunsten weniger Wasser als Tontöpfe.

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